Logo: Lukas Dreyer

Cellist
Arrangeur
Impresario

Die Wege des Leipziger Musikers Lukas Dreyer

Sein Name ist aus der Konzertlandschaft Mitteldeutschlands nicht mehr wegzudenken. Als Solocellist beim Philharmonischen Orchester in Altenburg-Gera bekannt, Gründer der 12 Thüringer Cellisten, Dozent an der Hochschule für Musik in Weimar sowie Initiator und künstlerischer Leiter der WGT Musik Kammer des bekannten Wave-Gotik-Festivals in Leipzig, drehte Lukas Dreyer bereits in Thüringen und Sachsen seine Runden. Internationale Bekanntheit erlangte der Leipziger Cellist schließlich mit seinem Celloquartett quattrocelli, das er bereits zu Studienzeiten gegründet hat und 2017 nunmehr sein 20-Jähriges Jubiläum feiert. Die Konzertreisen führten ihn in zahlreiche europäische Länder sowie nach Amerika und Asien, aus denen er immer wieder mit neuen Impulsen zurück nach Leipzig kehrte, um dort aktiv die Musikszene mitzugestalten.

Seit 2015 leitet er das von ihm gegründete internationale Konzertensemble Freiraum Syndikat, das in seiner außergewöhnlichen Besetzung mit jungen Musikern Barock und Jazz vereint. Die Gründung dieses Projektes ist in seinen eigenen Worten ein „Ergebnis aus der Erfahrung vielseitiger kammermusikalischer Arbeiten“, die ihn begleitet haben und noch immer Teil seines Weges sind. Mit im Boot: Ein Violoncello, eine Jazzgitarre und zwei Blockflöten – eine gewagte Mischung mit Musikern, die allesamt Spezialisten im gegenseitigen Versuch sind, Grenzen zu überwinden und Komfortzonen zu verlassen, um durch die Kombination verschiedener musikalischer Stile und Traditionen Neues entstehen zu lassen. Gleichzeitig werden spannende Begegnungen mit Musikern geschaffen, die mit improvisatorischer und spielerischer Raffinesse das Publikum begeistern und dabei in der Lage sind, eine ganz eigene klangliche und stilistische Sprache zu entwickeln. Nicht ohne Grund hat das gefragte Konzertensemble bereits mit namhaften Komponisten wie Moritz Eggert oder Henning Sieverts zusammengearbeitet.

Gelebte Improvisation

In Döbeln geboren, in Frankfurt am Main, Budapest und Aachen studiert, in Leipzig, Mainz, Gera und Weimar gelebt und seit 2014 wieder in der Musikstadt verortet – dies ist nur ein kurzer Abriss über einen vielseitigen Künstler und herausragenden Cellisten, der schon so manch Kreise rund um den Globus gedreht und fremde Orte sein Zuhause genannt hat, und doch immer wieder in Leipzig landet. Wirft man dabei einen Blick auf die zahlreichen Projekte, die Lukas Dreyer konsequent um sich bündelt, wird schnell bewusst, welch Vielseitigkeit und Schaffensdrang in dem 47-Jährigen steckt. Da ist es nicht verwunderlich wenn er davon spricht, in seinem Beruf selbst einen Ausgleich gefunden zu haben und in den Feldern, die er um sich herum besetzt und begießt, ein Instrument für persönliche Weiterentwicklung geschaffen zu haben. „Ich lache gern und das Leben ist wunderbar, wenn es überrascht. Gelebte Improvisation ist da ein guter Oberbegriff“ beschreibt er seinen eigenen Werdegang. Dabei war sein Weg im Hinblick auf eine klassische Musikerkarriere vielmehr eine späte Entscheidung, die jedoch glücklicherweise durch entscheidende Impulse von großen Künstlern im Kammermusikbereich vorangetrieben wurde, darunter von dem US-Amerikaner Chick Corea auf einer gemeinsamen Europa Tournee, der seinerseits zu den bedeutendsten zeitgenössischen Jazz-Pianisten und Komponisten zählt.

Freiheit und Vertrauen als Grundpfeiler



Lauscht man den Erzählungen von Lukas Dreyer und erlebt ihn einmal live auf der Bühne, so zeigt sich der gekonnte Spagat zwischen hohem, musikalischem Anspruch und spielerischer Leichtigkeit. „Ich bin gern ein großes Kind, ein Träumer“ – für Dreyer ist künstlerisches Schaffen die Fortsetzung des Spielens, das man als Kind erlebt hat. Die Begabung setzt sich durch. Die Freiheit und das Vertrauen in einen selbst sind dabei die Grundpfeiler für Musik. Eine Lebensphilosophie, die er nicht nur täglich immer wieder selbst aufs Neue lebt sondern auch Nachwuchstalenten mit auf den Weg gibt.